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3 Fragen an Anna-Rebekka Helmy (Moderatorin von Deutschland Akut)

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Anna-Rebekka Helmy – Moderatorin von Deutschland Akut mit Reinhard Schümann (Regisseur)

1. Woran arbeitest du gerade?
Ich bereite mich auf die nächste Sendung vor. Meine Vorbereitung beginnt zuerst einmal mit Inspiration. Ich schaue mir die fertigen Beiträge unserer Reporter an und lese ihre Texte. Drei Beiträge pro Sendung, ganz unterschiedliche Themen, gute Geschichten. Meistens finde ich die ersten Ideen schon beim Sichten. Was weiß ich generell über dieses Thema? Was finde ich besonders spannend? Was ist neu? Mein Job besteht eigentlich darin, Rampen zu bauen und Neugier zu wecken für das was kommt – in  25 Sekunden. Mehr Zeit gibt es nur für den Einstieg in die Sendung und natürlich für die Gespräche. Die besten Ideen kommen mir nicht vor dem Rechner, sondern beim Geschirrspüler einräumen oder duschen. Kein Witz, aber praktisch. Auch mit ein paar Sätzen in 25 Sekunden muss man den Bogen schlagen und zum Punkt kommen. Mir macht das Spaß. Für die Talks mit unseren Studiogästen bemühe ich mich um ein telefonisches Vorgespräch. Dann sitze ich mit dem Hörer in der einen und dem Stift in der anderen Hand, frage alles was mir einfällt und schreibe mit. Dann wird alles noch in Form gebracht und fertig ist meine Vorbereitung.

2. Wie wird man Moderatorin?
Hätte ich die eine, allgemein gültige Antwort – ich würde ein Buch schreiben! Aber den Königsweg gibt es nicht. Ich selbst bin ziemlich lange beim Fernsehen und habe als Researcherin für Moderatoren angefangen. Recherche Training, das sich bis heute auszahlt. Als Bearbeiterin habe ich damals Beiträge anderer gekürzt und Themenüberblicke geschnitten. Dann, irgendwann, hatte ich grünes Licht für meinen ersten Mini-Beitrag. Es ging um Affen (Makaken), die in Japan in heißen Quellen baden. Eine Top Story! Das Band mit meiner Tonaufnahme allerdings lag fast einige Monate zur “Abnahme” beim Chef. Beiträge auch selber sprechen, das war damals nicht selbstverständlich. Und so bin ich wohl durch die harte Schule gegangen. Viele Beiträge, erste On-Reportagen, Planungsarbeit. Journalistin. Und dann hat mich eines Tage eine Freundin angerufen – ob ich mir vorstellen kann, eine Veranstaltung Live zu moderieren? Kein TV. Sie fände, ich pack das schon. Und das war es dann. Ein Jugendgipfel. 400 Gäste, 10 Podiumsteilnehmer, simultanübersetzt mit Knopf im Ohr. Und Sigmar Gabriel. Es hat gut geklappt. Kaltes Wasser. Seitdem moderiere ich immer wieder Live Veranstaltungen. Letztens dann meine erste Preisverleihung. Und natürlich gehören genau solche Geschichten zum Werdegang. Wie bin ich also Moderatorin von Deutschland Akut geworden? Das ist einfach. Martin Weichsler hat ganz fest an mich geglaubt. Kaltes Wasser. Funktioniert.

3. Was passiert am Sendetag und wie bist Du auf den Punkt fit?
Kaffee hilft der Fitness. Ansonsten bin ich kurz vor 14:00 Uhr am Studio, wechsle zum Business Look und gehe in die Maske. Gut, dass man bei all den Lichtern im Studio ungeschminkt einfach zu stark glänzt. Denn so kommen Moderatoren und alle Gäste in den Genuss professioneller Visagistenkunst. Was die können, kann ich nicht. Danke an dieser Stelle! Dann geht es ins Studio, die Crew begrüßen. Fernsehen sieht immer ziemlich einfach aus, ist aber bei näherer Betrachtung ein Riesenbetrieb. Allein bei der Aufzeichnung von Deutschland Akut sind mindestens 10 Personen mit klarem Arbeitsauftrag im Studio anwesend. Dann ist natürlich noch die Regie besetzt. Und im Schnittraum arbeiten Cutter und Redakteuren an der finalen Vertonung und dem letzten Feinschliff für die Beiträge. Im Studio zeichnen wir alle zwei Wochen jeweils zwei Sendungen auf. Das ist ein ziemlicher Riemen. Aber es funktioniert gut. Ich arbeite mit einem tollen Team. Nette Menschen + viel Spaß – das hilft bekanntlich ja auch.

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